B 410 - Ersatzneubau der Hochbrücke und angrenzender Knotenpunkte in Gerolstein
Visualisierung der Hochbrücke Gerolstein
Visualisierung der Hochbrücke Gerolstein

Gerolstein ist eine Stadt in der Vulkaneifel mit ca. 8.000 Einwohnern. Geprägt wird sie durch ihre besondere Lage im Flusstal der Kyll und umgeben von steil aufragenden Dolomit-Felsformationen. Die Stadt wird von der Bahnlinie sowie der Kyll durchkreuzt. Die einzige Verbindung der beiden Stadthälften stellt die Hochbrücke mit einer täglichen Verkehrsbelastung von ca. 15.000 Fahrzeugen im Zentrum der Stadt dar. Hiervon entfallen ca. 7 Prozent auf den Schwerverkehr – also 1.080 Schwerverkehrsfahrzeuge.

Die im Jahr 1952 gebaute Hochbrücke weist im Bereich des Teilbauwerkes über die Kyll keine Tragreserven auf. Durch den nach heutigen Regelwerken zu gering dimensionierten Brückenquerschnitt sowie der engen Radien in den Anschlüssen ist die Verkehrssicherheit sowie Verkehrsqualität erheblich beeinträchtigt.

Aus vorgenannten Gründen, sowie der verkehrlichen Defizite für Rad- und Fußverkehr, wird die Erneuerung des Bauwerkes erforderlich. Weiterhin werden zur Verknüpfung mit dem untergeordneten Straßennetz zwei die Brücke tangierende Kreisverkehrsanlagen gebaut.

Die Planung umfasst neben dem Bau der Fahrbahnen, Nebenanlagen und mehreren Ingenieurbauwerken, auch die erforderlichen Entwässerungseinrichtungen und die Herstellung von landschaftspflegerischen Maßnahmen.
 

Streckenverlauf

Die Hochbrücke in Gerolstein überführt die Bundesstraße 410 über die Gleisanlagen der DB-Strecke 2631 Hürth-Kalscheuren – Ehrang, die Bahnhofstraße sowie die Kyll.
 
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Bauzeit

März 2026 - Frühjahr 2028

Vollsperrung: 
März 2027 - Februar 2028

Baukosten

Die Kosten für die Hochbrücke betragen ca. 13 Mio. Euro (Stand Januar 2025). Die Kosten für das Gesamtprojekt belaufen sich nach derzeitigem Stand auf ca. 21 Mio. Euro.

Aktuelle Meldungen

Luftbild des Baufeldes in Gerolstein mit den eingezeichneten, derzeit gesperrten Parkplätzen.
Der bisher nutzbare Parkplatz P1, P2 (LBM) und P3 (Hutterparkplatz / Stadtmitte) stehen derzeit nicht zur Verfügung. P2 und P3 werden nach aktueller Planung voraussichtlich Ende Juli 2026 zum Parken freigegeben.

Was bisher geschah

Im Februar 2026 wurden zur Vorbereitung des Baufeldes und der Baustelleneinrichtung erforderliche Rodungsmaßnahmen sowie erste Suchschachtungen zur Feststellung von Leitungslagendurchgeführt. Der bisher nutzbare Parkplatz P1 wird zur Durchführung der Bauarbeiten benötigt. Er wurde mit einem Bauzaun abgesperrt. Die Parkplätze P2 (LBM) und P3 (Hutterparkplatz / Stadtmitte) stehen wegen der Bauarbeiten im Zuge der Herstellung des Zentralen Omnibusbahnhofs (ZOB) derzeit nicht zur Verfügung. Nach aktueller Planung werden sie voraussichtlich Ende Juli 2026 zum Parken freigegeben.

Was demnächst geschieht

Fachfirmen werden ab Mitte März 2026 Kampfmittelsondierungen durchführen. und gegebenenfalls beseitigen. Die ersten Baumaschinen werden an der Baustelle eintreffen.
Das ungenutzte Garagengebäude im Bereich zwischen der Schlossapotheke und der Bundesstraße 410 wird zurückgebaut. Danach wird mit den Gründungsarbeiten für eine neue Stützmauer begonnen.
Ab April 2026 werden die Gründungsarbeiten für die Fundamente der Widerlager für die neue Hochbrücke durchgeführt. Dazu kommt ein großes Bohrgerät zum Einsatz.
Über die laufenden Arbeiten und zu Fragen der Verkehrsführung informieren wir in regelmäßigen Abständen (siehe auch QR-Code Mitteilungsblatt). Bürger, die Fragen zum Projekt oder der aktuellen Baustellensituation haben, können diese jeden Mittwoch in der Zeit von 14.30 bis 15.30 Uhr im Dienstgebäude des LBM (Außenstelle ehemaliges Postgebäude) stellen. Sie finden uns über den Seiteneingang im Besprechungsraum im Erdgeschoss. Der erste Termin ist am Mittwoch, 18.03.2026.

Verkehrsführung

Die Verkehrsführung über die Hochbrücke wird grundsätzlich zweistreifig erfolgen. Dabei werden kurze Ampelphasen geschaltet. Änderungen in der Verkehrsführung werden jeweils zwei Wochen vorher bekannt gegeben. Dabei werden auch die Wege für Fußgänger und Radfahrer beachtet.
„Wir setzen alles daran, die Einschränkungen auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Dazu wurde mit allen in Verkehrsfragen beteiligten Stellen ein Verkehrs- und Umleitungskonzept erarbeitet. Mit Beginn der Baumaßnahmen und der Einrichtung verkehrslenkender Regelungen werden wir diese beobachten und wenn nötig anpassen“, sagt Bruno von Landenberg, Leiter des LBM Gerolstein. Gleichzeitig bittet er die Bevölkerung um Verständnis und Geduld. „Auch wenn der Verkehr grundsätzlich zweistreifig geführt wird, werden auch temporäre, kleine Einschränkungen nicht zu vermeiden sein. Gemeinsam können wir uns auf die Zeit danach freuen. Wir werden eine deutlich verbesserte und entspannte Verkehrssituation im Stadtgebiet haben“, so von Landenberg weiter.

Verkehrs- und Umleitungskonzept

Der Schwerverkehr wird großräumig umgeleitet. Der Pkw-Verkehr und der ÖPNV kann weiterhin durch Gerolstein fahren.

Zur Aufrechterhaltung des Verkehrs während der Bauzeit sind mehrere Bauphasen geplant.  

Die Arbeiten an den Unterbauten der Brücke werden zunächst keinen weiteren Einfluss auf den Verkehr der klassifizierten Straßen haben.

Erst für die Arbeiten am südlichen Widerlager wird eine Behelfsbrücke erforderlich werden, welche den Verkehr (Pkw + ÖPNV) auf die vorhandene Brücke leitet. Bis auf kürzere Einschränkungen des Verkehrs (z.B. für Anschlussarbeiten der Behelfsbrücke an den Bestand) wird der Verkehr im Jahr 2026 grundsätzlich weiterhin 2-spurig durch den Baustellenbereich geleitet.

Nach der Erstellung der Unterbauten wird mit dem Rückbau der Behelfsbrücke und des Bestandsbauwerks begonnen und die B 410 für maximal 1 Jahr für den Verkehr voll gesperrt.

Dieser Zeitraum ist von März 2027 bis März 2028 terminiert. Der Durchgangsverkehr (Pkw und ÖPNV) der B 410 und L 29 sowie der Anliegerverkehr im Stadtgebiet wird für die Dauer der Vollsperrung der Hochbrücke über eine nahräumige Umleitung über die Rader- und Lissinger Straße ( L 29 + K 32) geleitet. Für Lkw werden großräumige Umleitungsstrecken eingerichtet.

Für Arbeiten mit Einfluss auf die Gleisanlagen sind Sperrpausen bei der DB beantragt. Dies betrifft insbesondere den Abbruch der Bestandsbrücke im März 2027. 

Weitere Informationen sind während der Bauzeit auch auf  verkehr.rlp.de abrufbar. 

Planungskonzept

Zur Verbesserung der Verkehrsqualität und Verkehrssicherheit werden die zur Hochbrücke angrenzenden Knotenpunkte zu Kreisverkehrsplätzen umgebaut. Dabei werden die beiden nördlichen Knotenpunkte zu einem Kreisverkehrsplatz in Form einer „liegenden 8“ umgebaut und zusammengefasst.

Zur Verbesserung der Radverkehrsführung und dem nahtlosen Anschluss an die bestehende Radinfrastruktur werden im gesamten Planungsraum Maßnahmen wie Radfahrstreifen und Radschutzstreifen vorgesehen. Hierfür wurde eigens ein entsprechendes Radverkehrskonzept erstellt. 

Durch die Drehung und Lageverschiebung der Hochbrücke gegenüber dem Bestand wird eine Optimierung der Anbindung an den nördlichen Kreisverkehrsplatz und des Immissionsschutzes an der vorhandenen Bebauung erreicht.
 

Konstruktion der Hochbrücke

Zur Überführung der B 410 über die Gleisanlagen der DB, die Bahnhofstraße sowie die „Kyll“ wird das bestehende Brückenbauwerk abgebrochen und neu errichtet.

Die neue Brücke ist als zweifeldriges Bauwerk mit einer Gesamtstützweite von ca. 107 m konzipiert. Dabei wurde die lichte Höhe über den Gleisen mit der DB in Bezug auf die anstehende Elektrifizierung abgestimmt. Über der DB-Strecke wird ein Berührungsschutz ausgeführt.

Der Überbau wird in Stahl-Beton-Verbundbauweise unter Zuhilfenahme von Fertigteilen ausgeführt. Hierdurch ist eine Beschleunigung der Bauzeit für den Überbau möglich. Die Gründung des Bauwerks erfolgt auf Bohrpfählen, wodurch ein sicherer Lastabtrag in tragfähige Bodenschichten – wie beispielsweise Fels – sichergestellt werden kann. Die Fahrbahnübergänge werden als lärmgeminderte Konstruktionen vorgesehen.

Die Hochbrücke und die anschließenden Stützwände wurden mit der BIM– Methode digital und dreidimensional modelliert. Sie ist eines vom mehreren Pilotprojekten in Rheinland-Pfalz zur breiten Implementierung vom BIM. Building Information Modeling, kurz BIM, ist ein zentrales Instrument zur Digitalisierung von Bau- und Planungsprozessen im Hoch- und Tiefbau.
 

Vorher-Nachher Visualisierungen
Visualisierungsfilm

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