Quelle: Landesamt für Vermessung und Geobasisinformation Rheinland-Pfalz  ©

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B 47, Südumgehung Worms

Aktueller Sachstand

Im August 2016 wurde mit dem Neubau der insgesamt 2,4 Kilometer langen Südumgehung Worms begonnen. Die Arbeiten im ersten und zweiten Bauabschnitt zwischen der Anschlussstelle K 17, Kolpingstraße bis zur Anschlussstelle Horchheimer Straße sind abgeschlossen.

Am Samstag, 23. Mai 2020, wurde das Teilstück der neuen Bundesstraße für den Verkehr frei gegeben. Nur in Richtung Autobahn A61 bleibt die Abfahrt Kolpingstraße aus Richtung Horchheimer Straße aus bautechnischen Gründen noch bis ca. Anfang September gesperrt.

Aktuell laufen die Vorbereitungen für den dritten und letzten Bauabschnitt „Klosterstraße“ zwischen Weinsheimer Straße und Bauende an der L523 . Die Arbeiten an diesem Abschnitt werden voraussichtlich bis ins Jahr 2024 andauern.

Die verlängerte Bauzeit hat mehrere Gründe. Zum einen haben die notwendigen Voruntersuchungen für die Entsorgung von Altablagerungen im Baufeld deutlich mehr Zeit in Anspruch genommen als ursprünglich vorgesehen. Zum anderen ist das Bauen im städtischen Bereich wegen der Verlegung von Leitungen (Gashochdruckleitungen, Strom, Telekommunikation, …) und der komplexen Verkehrsführung sehr zeitintensiv.

Der dritte Bauabschnitt ist der technisch anspruchsvollste Teil der Südumgehung. Die Vielzahl der Ingenieurbauwerke (z. B. der Fußgängerunterführung Klosterstraße und der teilweisen Einhausung des Maria-Münster-Grabens) haben mehr Zeit als ursprünglich veranschlagt für die Planung und Vorbereitung der öffentlichen Ausschreibungen in Anspruch genommen.

Geplant ist in der ersten Jahreshälfte 2021 mit den Erdbauarbeiten für die Straßendämme zu beginnen.

Beschreibung der Baumaßnahme

Mit dem Neubau der B 47 zwischen der Kolpingstraße (K 17) und der B 9 wird eine wichtige fehlende Verbindung für den regionalen und überregionalen Verkehr hergestellt - eine Entlastung für Wormser Bürgerinnen und Bürger sowie tausende Pendler gleichermaßen. Denn die B47 ist ein wichtiges Ost-West-Verbindungsglied zwischen den Autobahnen 61 und 63 auf rheinland-pfälzischer Seite und der A 67 und A 5 auf hessischer Seite.

Aktuell verläuft die Straße mitten durch die Wormser Innenstadt, gesäumt von Wohnungen und Firmen. Die zahlreichen kleinen Kreuzungen und Einmündungen führen in den Hauptverkehrszeiten regelmäßig zu Staus. Denn dann treffen der innerstädtische und der überregionale Verkehr auf diesem Engpass zusammen. Rund 11 Prozent des Verkehrs auf der B 47 sind rein überregionaler Durchgangsverkehr. Dieser wird zukünftig um den Innenstadtbereich herumfließen.

Die neue Verbindung wird außerdem Teil des "äußeren Rings" der Stadt und übernimmt damit zusätzlich eine wichtige Sammel- und Verteilfunktion für den Stadtverkehr. Die Prognosen zeigen, dass z. B. die besonders belasteten Achsen "Kolpingstraße, Klosterstraße und Horchheimer Straße" durch den Neubau stark entlastet werden.

Die neue B 47 wird zwei Fahrbahnen je Richtung haben und außerdem ohne Ampeln und Kreisel bis zur Wormser Rheinbrücke führen. Kreuzende Straßen, Eisenbahn und Gewässer werden mit Brücken über oder unter die neue Straße verlegt. Die bisherige B 47 wird nach Abschluss der Bauarbeiten zu einer Stadtstraße abgestuft.

Streckenverlauf

Die Neubautrasse beginnt unmittelbar an der Anschlussstelle Kolpingstraße B 47/K 17, kreuzt die Horchheimer Straße (L 395), die Weinsheimer Straße (L 456), die Bahnlinie Worms-Ludwigshafen und die Klosterstraße. Sie schließt im Bereich des Mittelochsenplatzes unmittelbar vor der Anschlussstelle B 9/L 523 an die L 523 an.

Der Neubau findet ausschließlich in der Gemarkung Worms statt. Der Flächenbedarf liegt bei rund 354.000 Quadratmetern.

Die Länge der Baustrecke beträgt rund 2,35 Kilometer. Es müssen circa 900 Meter klassifizierte Straßen sowie rund 300 Meter städtische Straßen verlegt bzw. umgebaut werden.

Weitere Daten:

  • Querschnitt: Vier Spuren mit zwei getrennten Richtungsfahrbahnen (Gesamtbreite 21,5 m)
  • Anschlüsse:
    - Kolpingstraße (K 17)
    - Horcheimer Straße/Weinsheimer Straße (L 395/L 456)
    - Klosterstraße (L 523)
  • Bauwerke:
    Acht Bauwerke, teils als Über- und Unterführung, sowie 1.000 Meter Lärmschutzwände
Baukosten

rd. 36 Mio. Euro

davon
rd. 6,5 Mio. Euro für Grunderwerb
rd. 9,5 Mio. Euro für Brückenbauwerke
rd. 20 Mio. Euro für Straßenbau

Bauzeit

Ende Juli 2016 bis voraussichtlich 2024

Planungshistorie

Die B 47 neu ist derzeit von der Einmündung B 47/B 271 bei Monsheim durchgehend bis zur Anschlussstelle Kolpingstraße (B 47/K17) mit einem einbahnigen Querschnitt ausgebaut. Von der Anschlussstelle Worms (A 61) bis zur Anschlussstelle Kolpingstraße besteht seit Juli 1973 eine rechtskräftige Planung für einen vierspurigen Ausbau. Bisher wurde jedoch nur ein Fahrstreifen gebaut. Die Erweiterung um den zweiten Fahrstreifen erfolgt im Zusammenhang mit dem Bau der Südumgehung.

Für die Weiterführung der B 47 wurde 1977 ein Planfeststellungsverfahren eingeleitet. Die damalige Planung sah vor, die B 47 über eine neue Rheinbrücke ca. 1,3 km südlich der vorhandenen Rheinbrücke nach Hessen weiterzuführen. Aufgrund von massiven Einsprüchen zu naturschutzfachlichen Aspekten kam das Verfahren zum Erliegen. Der damals neu erstellte Generalverkehrsplan der Stadt Worms kam zum Ergebnis, dass statt eines südlich oder nördlich gelegenen Neubaus die bestehende Rheinbrücke erweitert werden sollte. Daraufhin wurde eine zweite zweispurige Rheinbrücke unmittelbar neben der bestehenden Strombrücke geplant. 1987 wurde das erforderliche Planfeststellungsverfahren für den Brückenneubau eingeleitet und 1992 erfolgreich zum Abschluss gebracht. 2008 wurde die neue Rheinbrücke fertig gestellt. Aufgrund dieser Entwicklung war es erforderlich, für die Südumgehung ebenfalls ein neues Planungskonzept zu entwickeln, welches im Endergebnis die Führung der neuen B 47 von der AS Kolpingstraße bis zur L 523 am Mittelochsenplatz und im weiteren Verlauf zur neuen vierspurigen Rheinquerung vorsieht.

Die topografischen Gegebenheiten sowie die planerischen und städtebaulichen Zwangspunkte bilden den Rahmen für den engen Planungskorridor mit wenig Raum für alternative Linienführungen. Im Verlauf der vor Einleitung des Planfeststellungsverfahrens durchgeführten Umweltverträglichkeitsstudie (UVS) wurden mehrere Höhenverläufe (Gradienten) für die Südumgehung untersucht. Überführungen und Unterführungen der kreuzenden Verkehrswege Horchheimer Straße, Weinsheimer Straße, Bahnstrecke und Klosterstraße wurden einander gegenübergestellt und bewertet.

Nach Optimierungen und Abwägungen - insbesondere aus der Sicht von Umweltschutz und Wirtschaftlichkeit - wurde die Überführung der B 47 neu über die Bahnstrecke als Grundlage der weiteren Planung gewählt. Ansonsten wird die neue Trasse auf Höhe des vorhandenen Geländes geführt. Die kreuzende Horchheimer Straße und die Klosterstraße werden überführt.

Die Gestaltung der Knotenpunkte bzw. Anschlussstellen ist ebenfalls ein Ergebnis von mehreren Optimierungen und Untersuchungen, wobei die Kriterien Platzbedarf, Umweltauswirkungen, Verkehrsabwicklung/-sicherheit und Leistungsfähigkeit den Ausschlag für die planfestgestellte Form gaben.

Der Planfeststellungsbeschluss für die B 47 Südumgehung Worms zwischen der Kolpingstraße und der B 9 hat im März 2014 Rechtskraft erlangt. Im August 2013 wurde eine noch anhängige Klage vom OVG abgewiesen. Das Bundesverwaltungsgericht hat mit Beschluss vom 6. März 2014 die Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision im Urteil des OVG Rheinland-Pfalz vom August 2013 zurückgewiesen.

Ansprechpartner

Landesbetrieb Mobilität Worms
Schönauerstraße 5
67547 Worms

Projektingenieur:
Martin Strehler
Tel.: 06241/401-685
E-Mail: Martin.Strehler(at)lbm-Worms.rlp.de