© LBM

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Wie alles begann: Mit einer Verfügung der französischen Besatzungsmacht und einer nachfolgenden Volksabstimmung am 18. Mai 1947 wurde aus ehemals preußischen, hessischen und bayrischen Teilen das heutige Rheinland-Pfalz geschaffen. Es gliederte sich in die Regierungsbezirke Trier, Koblenz, Montabaur, Pfalz und Rheinhessen.  

Die sogenannten Straßenbau-Dienststellen, bislang unter französischer und amerikanischer Militärverwaltung, wurden vom jungen Bundesland übernommen. Noch im gleichen Jahr ging die Verwaltung auf die Abteilung Landesstraßenverwaltung des Ministeriums für Wiederaufbau und Verkehr der neu gebildeten Landesregierung über.  

Zwei Jahre später, zum 1. April 1949, wurde die bisherige Abteilung C, Verkehr, aus dem Bereich des Ministeriums für Wirtschaft und Verkehr ausgegliedert. Die bisherige Abteilung Landesstraßenverwaltung galt somit als selbstständige Mittelbehörde. Mit Erlass vom 22. April 1949 wurde ihr die Bezeichnung „Straßenverwaltung Rheinland-Pfalz, Direktion Koblenz“ gegeben – der Grundstein für den heutigen LBM.

Die junge Behörde war nicht nur zuständig für die Planung, die Aufstellung und Durchführung der Straßen- sowie Bauwerksprogramme. Auch die Verwaltung und Unterhaltung der Autobahnen, Bundesstraßen sowie Landesstraßen I. Ordnung (spätere Landesstraßen) und Landesstraßen II. Ordnung (spätere Kreisstraßen) fiel in ihren Verantwortungsbereich.  

Die bestehenden Straßenbauämter* Bad Kreuznach, Cochem, Diez, Gerolstein, Kaiserslautern, Koblenz, Mainz, Speyer, Trier und das Autostraßenamt Koblenz in Vallendar (später Montabaur) wurden in die neue Straßenverwaltung integriert. Jedes Straßenbauamt betreute mit etwa 40 bis 50 Beschäftigten im Durchschnitt 1.900 Kilometer.  

Die Besonderheit der Aufgaben, die mit der Verwaltung und Unterhaltung der Autobahnstrecken verbunden sind, führte bereits 1947 zur Gründung des heutigen Autobahnamts Montabaur. Diese Behörde reichte in den ersten Jahren aus, um die Kriegsschäden zu beheben und mit den damals geringen Mitteln die Verkehrssicherheit der Straßen (wieder)herzustellen.  

Ab 1955 wurden fünf Neubauämter in Vallendar, Kaiserslautern, Trier, Bad Kreuznach und Worms gegründet. Ihre Aufgabe war Planung und Bau der überregionalen Straßenverbindungen, hauptsächlich der Autobahnen.  

Für die Straßenunterhaltung war das Straßennetz in 106 Straßenbaubezirke eingeteilt. Jeder dieser Bezirke hatte durchschnittlich 120 Kilometer zu verwalten und zu überwachen. Dafür standen rund 20 Betriebsarbeiter zur Verfügung.

Wandel im Straßenbetriebsdienst: Der Straßenbetriebsdienst erlebt in dieser Dekade einen großen Wandel – die Straßenmeisterei, wie wir sie heute kennen, hat hier ihren Ursprung. So wurde die erste Straßenmeisterei 1951 in Mainz gegründet. Es folgten Kandel (1952), Westerburg (1955), Rockenhausen (1957) sowie Kirchheimbolanden und Oberwesel (1958).  

Doch blicken wir zunächst zurück: Die technische Ausstattung der Straßenwärter war in den ersten Jahrzehnten des Straßenbetriebsdienstes sehr spärlich. Neben einem Fahrrad mit einem kleinen Anhänger hatten die Straßenwärter meist nur Besen, Schaufel, Kreuzhacke, Wiesenbeil, Sense, Rechen, Kordel und Draht.  

Jedem Straßenwärter war ein Streckenabschnitt von ca. fünf Kilometern zugeordnet. Dies war „seine“ Straße, die er nach besten Kräften und mit den ihm zur Verfügung stehenden Arbeitsmitteln und Baumaterialien (ein wenig Splitt und einzelne Pflastersteine), instand hielt. Das „Straßenwärterhäuschen“ stellte für ihn zugleich Aufenthaltsort, „Büro“, Lager und Werkstatt dar.  

Durch die ansteigende Motorisierung mussten das Straßennetz und folglich der Straßenbetriebsdienst ausgebaut und modernisiert werden. Es wurden mehr Fahrzeuge notwendig, schließlich auch Geräte und Fuhrleistungen, so dass zumeist am Sitz des Straßenmeisters ein kleiner Lagerplatz entstand, auch wurde ein Lkw benötigt.  

Mit der Ausnahme weniger Kraftfahrer und Handwerker waren nur die an der Straße wohnenden Wärter vorhanden. Für die Arbeiten mit Geräten – damals fast ausschließlich Flicken und Oberflächenbehandlung –  wurden die Wärter an der Straße für einige Wochen zu kleinen Arbeitsgruppen zusammengezogen.   Die Zunahme von Arbeit und Gerät zwang zu immer häufigerer Tätigkeit in Arbeitsgruppen. Auch das Prinzip des an der Strecke wohnenden Wärters musste mangels Bewerbern aufgegeben werden. Auch konnten die auf den Strecken gebliebenen Wärter wegen des Verkehrs auf der Fahrbahn kaum noch tätig werden.    

Weitere Entwicklungen:  

  • 1953: Aufnahme "Zebrastreifen" in StVO
  • 1954: Straßenmarkierung wird verbindlich
  • 1957: Erstmalig erscheint die Straßenkarte der Straßenverwaltung. Seitdem wird sie stetig neu aufgelegt.
  • 1957: Leitplanken aus Stahl und Beton am Fahrbahnrand werden vorgeschrieben
  • 1958: Inkrafttreten einer "Verkehrssünderkartei"      

*Die Straßenbauämter haben zum Teil eine schon viel längere Geschichte. So werden die Ämter in Speyer und Kaiserslautern  bereits 1817 urkundlich erwähnt. Die Ämter in Koblenz und Bad Kreuznach werden 1877 als preußische Wegebauinspektionen eingerichtet.  

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