Netzbeeinflussungsanlagen

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Gerade zu Stoßzeiten im Berufsverkehr kommt es zu Kapazitätsengpässen in den Ballungsgebieten. Dabei überlagern sich die Fernverkehrsströme mit dem Regionalverkehr. Wenn sich aufgrund der hohen Verkehrsbelastung Staus bilden, steigt automatisch auch die Unfallgefahr an.

Eine sogenannte Netzbeeinflussungsanlage hat zum Ziel, überlastete Autobahnstrecken zu entlasten. Dazu wird der Verkehr umgelenkt. Autofahrer werden dabei mithilfe von Schilderbrücken auf Verkehrsstörungen und Alternativstrecken aufmerksam gemacht.

Dies hat mehrere Vorteile:

  • die Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs werden verbessert
  • Störeinflüsse werden vermindert
  • Zeitverluste der Verkehrsteilnehmer werden minimiert
  • die verfügbare Netzkapazität wird effektiv ausgenutzt

Genutzt werden solche Anlagen in Rheinland-Pfalz im Raum Köln-Koblenz auf den Autobahnen A 61, A 3 und A 48.

Auch der  Mainzer Ring verfügt mit seinen Anschlussstrecken A 643, A 66, A 671 und A 60 sowohl über eine nördliche als auch über eine südliche Umfahrung der Nachbarstädte Mainz und Wiesbaden.

Bei Unfällen, Baustellen oder hohem Verkehrsaufkommen können die Verkehrsströme gezielt auf die freien Abschnitte umgelenkt und das betroffene Teilstück entlastet werden.

Alle Schaltungen der "dWiSta-Tafeln" (dynamische Wegweiser mit integrierten Stauinformationen) erfolgen in Absprache mit dem Nachbarbundesland Hessen und bei großräumigen Störungen in Richtung Köln auch mit Nordrhein-Westfalen.

Um einen reibungslosen Ablauf mit den angrenzenden Netzbeeinflussungsanlagen auf dem Korridor Köln-Koblenz-Frankfurt, dem Mönchhofdreieck, dem Wiesbadener Kreuz und dem Rüsselsheimer Dreieck gewährleisten zu können, arbeiten die Bundesländer Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz eng zusammen. Die Verkehrszentralen dieser Länder können sowohl automatische als auch manuelle Schaltungen an der Anlage im jeweiligen Zuständigkeitsbereich vornehmen.

Funktionsweise
Die aktuellen Verkehrsbelastungen werden mittels Sensoren – in die Fahrbahn eingelassene Doppel-Induktionsschleifen – erfasst. Eine Software analysiert die Verkehrsdaten und erkennt überlastete Strecken. Die Software vergleicht nun die Reisezeiten von Normal- und Alternativroute. Die zeitlich kürzere Route wird dann automatisch angezeigt.

Mithilfe von "dWiSta-Tafeln" können Verkehrsteilnehmer im Falle von Störungen gezielt um die kritischen Verkehrspunkte, in der Regel an Autobahnkreuzen oder Autobahndreiecken, auf Alternativrouten umgeleitet werden. Die Hauptstrecke wird hierdurch entlastet, vorhandene Staus können sich schneller auflösen und die Unfallgefahr reduziert sich. Gerade auch für Baustellenbereiche kann so eine Verkehrsentlastung und eine Erhöhung der Verkehrssicherheit erzielt werden. Auch wenn nicht alle Verkehrsteilnehmer den angezeigten Ausweichempfehlungen nachkommen, lässt sich eine deutliche Entspannung der Verkehrssituation erreichen.

Gibt es keine Alternativroute, weil diese z. B. ebenfalls überlastet ist, können die "dWiSta-Tafeln" Hinweise auf die Störung anzeigen.

Sobald sich die Verkehrslage wieder normalisiert hat, wird die Alternativschaltung aufgehoben und es können andere wichtige Verkehrsinformationen gezeigt werden.

Technische Realisierung
Das Erfassen der Daten mittels Induktionsschleifen wurde an zwölf Anschlussstellen, einem Autobahnkreuz und drei Autobahndreiecken realisiert. Zudem gibt es 24 Induktionsschleifen auf der freien Strecke. Insgesamt bilden rund 300 Doppel-Induktionsschleifen das Datenerfassungssystem. In den Autobahnmeistereien Heiligenroth und Mendig laufen die Daten zusammen und werden zur Verkehrszentrale Rheinland-Pfalz weitergeleitet. Dort ermittelt die Software die entsprechenden Schaltvorschläge.

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