B 327 - Südtangente Koblenz

Luftbild der Südtangente © Landesamt für Vermessung und Geobasisinformation Rheinland-Pfalz

Instandsetzung von einzelnen Teilbauwerken der Hochstraße Koblenz-Oberwerth und der Hangbrücke Laubachtal "Hunsrückmagistrale"

Im Detail:

Die Südtangente Koblenz überführt die B 327 mit der Südbrücke, der linkrheinischen Hochstraße Oberwerth sowie der rechtsrheinischen Hochstraße Horchheim über den Rhein. Die Hochstraße Oberwerth sowie die Hochstraße Horchheim stellen die Vorlandbrücken der Südbrücke dar. Die im weiteren linksrheinischen Verlauf Richtung Hunsrück vorhandene Hangbrücke Laubachtal überführt die B 327 über das Tal des Laubachs.  

Zahlen und Fakten

  • Errichtung der Bauwerke: 1972 bis 1975

  • Herstellungskosten: ca. 51 Mio. Euro

  • Bauwerksfläche: ca. 93.000 m²

  • Verkehrsbelastung: ca. 45.489 Kfz/24h, Schwerverkehrsanteil von 3 %

 

 

Aktueller Sachstand

Im Zuge von Bauwerksuntersuchungen (Potentialfeldmessungen), die erst nach Freilegung der Betonoberfläche erfolgen konnten, wurden großflächige Bereiche mit hohen Chloridgehalten im Beton festgestellt.

Hohe Chloridgehalte können zu, von außen augenscheinlich nicht sichtbarer, Bewehrungskorrosion führen.

Ein großflächiger Austausch des Betons ist aus Gründen der Standsicherheit nicht möglich.

Daher wurden in den letzten Wochen zahlreiche Materialproben entnommen und labortechnisch analysiert. Durch diese weiterführenden Untersuchungen konnten die schadhaften Bereiche genau eingegrenzt und eine tragfähigkeitsrelevante Beschädigung ausgeschlossen werden. Dennoch muss der chloridhaltige Beton weitestgehend entfernt werden.

Dazu werden im sog. "Pilgerschrittverfahren" abschnittsweise Flächen freigelegt und Betonersatz eingebaut.

Da sich die o.g. Schadstellen auf der Hochstraße Oberwerth im Bereich der Auf- und Abfahrtsäste zwischen Südbrücke und B9 Koblenz befinden, kann dieser Abschnitt nicht - wie vorgesehen - bereits im Herbst 2019 fertiggestellt werden. Derzeit gehen wir davon aus, dass die Arbeiten bis zum Jahresende 2019 andauern werden.

Weiterhin wurden an der Übergangskonstruktion zwischen der Südbrücke und der Hochstraße Oberwerth im Vorfeld nicht einsehbare Korrosionsschäden festgestellt. Die vorhandene Übergangskonstruktion wurde im Jahr 2006 general-instandgesetzt und soll im Zuge eines noch folgenden Bauabschnitts in etwa zehn Jahren ausgetauscht werden.

Nach derzeitigem Stand gehen wir davon aus, dass die beiden benannten Zusatzleistungen (Betoninstandsetzung und Korrosionsschutz an der Übergangskonstruktion) keine Auswirkungen auf die Gesamtfertigstellung (Sommer 2021) haben. Es kommt allerdings zu zeitlichen Verschiebungen einzelner Bauphasen innerhalb der Gesamtbauzeit.

Zur Sicherstellung der weiteren Nutzung in den kommenden zehn Jahren sind zusätzliche Korrosionsschutzarbeiten erforderlich.

Verkehrsführung erste Bauphase

Mitte Januar 2019 hat die erste Bauphase begonnen.

In den ersten Wochen der Bauzeit werden alle bisher befahrbaren Verkehrsbeziehungen auch weiterhin nutzbar bleiben.

Im gesamten Baustellenbereich wird die Geschwindigkeit auf 40 km/h reduziert.

Einschränkungen vom Hunsrück kommend in Fahrtrichtung Lahnstein:

  • In Fahrtrichtung Lahnstein wird der Verkehr auf der B 327 vom Hunsrück kommend einspurig in den Baustellenbereich geführt.

  • Die Auffahrt von Koblenz-Karthause in Fahrtrichtung Lahnstein kann aufgrund eines fehlenden Beschleunigungsstreifens nur mittels Stoppschildregelung erfolgen.

  • Zur Abfahrt in Richtung B9 (Koblenz/ Boppard) steht eine verkürzte Ausfahrt zur Verfügung.

  • Die Auffahrt von der B9 (Koblenz / Boppard) kommend in Fahrtrichtung Lahnstein wird von zwei auf eine Fahrspur reduziert.

  • Im weiteren Verlauf der Südbrücke stehen wieder drei Fahrspuren zur Verfügung.

Einschränkungen in Fahrtrichtung Hunsrück:

  • In Fahrtrichtung Hunsrück wird der Verkehr auf der B 327 von der Horchheimer Höhe kommend von zwei auf eine Fahrspur reduziert.

  • Ab der Auffahrt Pfaffendorf stehen auf der Südbrücke zwei Fahrspuren zur Verfügung.

  • Die Abfahrt in Richtung B 9-Koblenz/Boppard wird von zwei auf eine Fahrspur reduziert.

  • Im weiteren Verlauf der B 327 steht eine Fahrspur in Richtung Hunsrück zur Verfügung.

  • Die Auffahrt von der B 9 (Koblenz / Boppard) in Richtung B 327 Hunsrück kann aufgrund eines fehlenden Beschleunigungsstreifens nur mittels Stoppschildregelung erfolgen.

  • Die Ausfahrt von der B 327 in Richtung Koblenz-Karthause / Hochschule kann über eine verkürzte Ausfahrt erfolgen.


Die jeweilige Verkehrssituation auf der Brücke kann auch über die Webcams eingesehen werden unter
http://www.verkehr.rlp.de/index.php?lang=10&menu1=50&menu2=10&menu3= (Nrn. 1320 und 1330 unter der Rubrik "Koblenz Richtung Koblenz).

Über weitere Änderungen in der Verkehrsführung werden wir jeweils zeitnah berichten.

Beschreibung/Umfang der Instandsetzungsmaßnahme

Drei bestehende Teilbauwerke der Hochstraße Koblenz-Oberwerth (Teilbauwerke G1 und G2/J) und die Hangbrücke Laubachtal aus dem Jahre 1974 müssen grundhaft instandgesetzt werden. Hierbei handelt es sich um die Brückenbauwerke oberhalb der Parkplatzflächen der Sportstätten in Koblenz Oberwerth, welche die B 327 Richtung Hunsrück führen. Die jetzt anstehenden Arbeiten umfassen ausschließlich die Bauwerke beginnend an der Südbrücke bis Koblenz-Karthause.

 

Teilbauwerk G1 der Hochstraße Oberwerth (BW 5611 584 G1)

  • Überführt die B 327 über die B 9, die DB- Strecke, die Sportstätten und Parkplatzflächen im Bereich Koblenz- Oberwerth in Fahrtrichtung Südbrücke

  • Verkehrsfreigabe in 1974

  • Bauwerkslänge ca. 932 m

  • Brückenfläche ca. 11.416 m²

  • Max. Höhe der Fahrbahn über den überführten Flächen ca. 25 m

  • Höchste Verkehrsbelastung im Bereich der Zufahrt aus Koblenz kommend mit ca. 23.000 Kfz/24h


Teilbauwerk G2/J der Hochstraße Oberwerth (BW 5611 584 G2 und BW 5611 584 J)

  • Überführt die B 327 über die B 9, die DB- Strecke, die Sportstätten und Parkplatzflächen im Bereich Koblenz- Oberwerth in Fahrtrichtung Hunsrück

  • Verkehrsfreigabe in 1974

  • Bauwerkslänge ca. 940 m

  • Brückenfläche ca. 11.795 m²

  • Max. Höhe der Fahrbahn über den überführten Flächen ca. 25 m

  • Höchste Verkehrsbelastung im Bereich der Abfahrt nach Koblenz mit ca. 23.000 Kfz/24h


Hangbrücke Laubachtal (BW 5611 585)

  • Überführt die B 327 über das Tal des Laubachs in Fahrtrichtung Westerwald sowie Hunsrück

  • Das Bauwerk besitzt einen gemeinsamen Überbau für beide Fahrtrichtungen.

  • Verkehrsfreigabe in 1974

  • Bauwerkslänge ca.543 m

  • Brückenfläche ca. 12.835 m²

  • Max. Höhe der Fahrbahn über dem Laubach ca. 17 m

  • Verkehrsbelastung mit ca. 19.700 Kfz/24h für beide Fahrbeziehungen


Der gesamte Fahrbahnbelag, die darunter befindliche Bauwerksabdichtung, die vorhandenen Schutzplanken und Geländer, die Bauwerkskappen und die Entwässerungseinrichtungen werden vollständig abgebrochen und erneuert.

Ebenso erfolgt die Instandsetzung aller Betonflächen der Bauwerke. Dies betrifft auch die Betonflächen der Brückenuntersicht und der begehbaren Brückenhohlkörper (Überbauten). Hierzu werden sämtliche Betonflächen mittels Abklopfen oder einer Potentialfeldmessung untersucht und Schadstellen im Beton lokal ausgebessert. In Summe handelt es sich hierbei um ca. 136.500 m² zu untersuchender Betonfläche.
Auch die Verkehrszeichenbrücken müssen erneuert werden. Diese werden demontiert und zur Instandsetzung abtransportiert, so dass hierdurch keine Verzögerungen im Bauablauf auf der Baustelle auftreten.

Die Instandsetzung der übrigen Teilbauwerke erfolgt abschnittsweise nach Beendigung der derzeit geplanten Maßnahme.

Bauzeit

Die Bauarbeiten haben im Januar/Februar 2019 begonnen. Für die Gesamtbauzeit sind zweieinhalb Jahre veranschlagt.

Kosten

Die Kosten dieser Instandsetzungsmaßnahme belaufen sich auf ca. 20,4 Mio. Euro und werden vom Bund getragen.

Verkehrsführung

Aufgrund der Verkehrsbedeutung der Koblenzer Südtangente sollen die Beeinträchtigungen für den Verkehr auf ein Mindestmaß reduziert werden. Vollsperrungen sind in Teilbereichen und für einzelne Arbeitsschritte jedoch unerlässlich.

Halbseitige Verkehrsführung

Auf Grund der baulichen Gegebenheiten im Bereich der Südtangente Koblenz kann der Verkehr nicht auf den Nachbarüberbau umgelegt werden. Es ist somit erforderlich, die Abwicklung der Instandsetzungsmaßnahme unter halbseitiger Verkehrsführung vorzunehmen. Die jeweilige Richtungsfahrbahn wird hierzu durch eine mobile Betonschutzwand vom Arbeitsbereich getrennt.

Temporäre Vollsperrungen

Für den aus Richtung Hunsrück kommenden und nach Koblenz führenden Abfahrtsast sowie für den aus Koblenz Richtung Hunsrück führenden Auffahrtsast sind Vollsperrungen wegen zu geringer Fahrbahnbreite unvermeidbar. Hier liegt eine Fahrbahnbreite von nur 6 m vor, die eine halbseitige Bauweise unter Aufrechterhaltung der Verkehrsführung nicht zulässt.

Dort ist nach derzeitiger Planung im Jahre 2019 eine alternierende Vollsperrung von jeweils zwei Monaten vorgesehen, d.h. eine gleichzeitige Vollsperrung beider zuvor beschriebenen Zu- und Abfahrtsäste erfolgt nicht.

Weitere abschnittsweise Vollsperrungen sind zum Einbau der Asphaltschichten sowie zum Aus- und Einhub der vorhandenen Verkehrszeichenbrücken erforderlich. Eine vollständige Sperrung der Südtangente wird es nicht geben, sondern immer nur eine Sperrung einzelner Teilbereiche.

Diese abschnittsweisen Vollsperrungen sollen jedoch nur im Zuge von Nachtbaustellen erfolgen; sie sind für Zeiträume von jeweils 21:00 Uhr bis 5:30 Uhr eingeplant.

Kann es zu Verkehrsbeeinträchtigungen kommen?

In den verkehrsstarken Zeiten wird es zu erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen kommen, wenn im Bereich der Zu- und Abfahrten von und nach Koblenz im unmittelbaren Bereich zur Südbrücke gearbeitet wird. Hier muss zeitweise der Verkehr für mehrere Monate von drei auf eine Fahrspur zusammengeführt werden, wodurch es zu Rückstaus im Berufsverkehr kommen wird. Aufgrund der vorhandenen Platzverhältnisse ist hier keine alternative Bauweise unter Aufrechterhaltung des Verkehrs möglich.

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