Burgbergtunnel - Sicherheitstechnische Nachrüstung beginnt in Kürze

Der Landesbetrieb Mobilität (LBM) Trier teilt mit, dass in Kürze mit den Umbauarbeiten am Burgbergtunnel im Zuge der K101 begonnen wird.

Ab Montag, 01.10.2018, wird die erste von zwei längeren Vollsperrungsphasen eingerichtet. Nach derzeitigem Planungsstand dauert diese bis Ende Juni 2019.

Von Juli 2019 bis einschließlich Oktober 2019 wird der Tunnel provisorisch in Betrieb genommen.

Im Zeitraum von November 2019 bis einschließlich Februar 2020 erfordern die abschließenden Arbeiten eine zweite Vollsperrung.  

In den Vollsperrungsphasen wird der Verkehr über die L158 bei Mülheim (Mosel) umgeleitet (siehe Umleitungsplan

Die Vollsperrungen sind Folge der bautechnischen Abhängigkeiten zwischen bestehendem Straßentunnel und neuem Fluchtstollen sowie deren komplexer Ausstattungen.  

Der ca. 270 m lange Fluchtstollen wird vom Ostportal aus (Seite Hunsrück) parallel zum Burgbergtunnel in den Berg getrieben. Die Verkehrsteilnehmer können später im Notfall über zwei Notausgänge den Fluchtstollen erreichen.  

Während der Bauarbeiten am neuen Fluchtstollen, finden im bestehenden Tunnel umfangreiche Umbaumaßnahmen statt. Hierzu zählen u. a. die Errichtung von mehreren Notruf- und Hydrantennischen, die Erneuerung der Entwässerungseinrichtung und die Herstellung einer Löschwasserleitung.  

Neben diesen baulichen Maßnahmen, wird auch die betriebstechnische Ausstattung innerhalb des Burgbergtunnels erneuert. U. a. wird die gesamte Sicherheitstechnik, wie z. B. die Brandmelde- und Notrufanlage, die Beleuchtung, die Lüftungsanlage auf den neusten Stand der Technik gebracht.  

Der Landesbetrieb Mobilität Trier bittet die betroffenen Verkehrsteilnehmer und Anlieger um Verständnis.

Hintergrund:

Der Burgbergtunnel Bernkastel wurde in den Jahren 1994 bis 1997 im Zuge der K101 errichtet. Das geplante Vorhaben ist zur Erhaltung der Verkehrssicherheit des Tunnels dringend erforderlich. Aufgrund der Brandkatastrophen in den Alpentunneln (Mont Blanc-, Tauern- und Gotthardtunnel) wurde die Sicherheitsphilosophie national und international überdacht.

Ein wichtiger Aspekt der neuen Regelung ist die Verbesserung der Möglichkeit zur Selbstrettung der Nutzer im Notfall. Gemäß maßgeblichen Richtlinien sind daher in Tunneln mit einer Länge größer als 400 m in regelmäßigen Abständen von weniger als 300 m Notausgänge vorzusehen.

Der 554 m lange Burgbergtunnel besitzt keine Notausgänge und hält somit die baulichen Anforderungen nicht ein. Aufgrund der fehlenden zusätzlichen Notausgänge beträgt die Fluchtweglänge derzeit ca. 554 m.

Zudem stellt der Burgbergtunnel mit seiner Längsneigung von bis zu 6 % gegenüber den richtlinienbedingten Vorgaben eine weitere Abweichung vom Regelwerk dar, infolge derer - ausgehend von einer erstellten Risikoanalyse - verstärkende Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit zu treffen sind.

Aufgrund der großen Längsneigung breitet sich der Rauch im Tunnel infolge Kaminwirkung beschleunigt aus. Das Ergebnis der Risikoanalyse „Rauchausbreitung“ floss in die Planungen zum Fluchtstollen ein.

Darüber hinaus entspricht die betriebstechnische Ausstattung des bestehenden Tunnels lediglich dem Sicherheitsstandard von 1997 und genügt somit nicht mehr den heutigen Sicherheitsanforderungen. Die Technik ist insgesamt veraltet. Im Zuge der Herstellung des Rettungsstollens wird auch die betriebstechnische Ausstattung des Tunnels (u. a. Notruf- und Löschwassernischen, Entwässerungsleitungen, Rauchdetektoren, Lüftungsanlage, Tunnelfunk, etc.) auf den heutigen Stand der Technik gebracht. Straßenbaulastträger ist der Kreis Bernkastel-Wittlich.

Die Gesamtkosten von 6,8 Mio. EURO werden zu 88 % vom Land Rheinland-Pfalz gefördert.